Details am Fähnrichsbau
Ein weiteres Beispiel eines renovierten Zimmers (vorher/nachher). Es handelt sich hier um den schönsten Raum im Fähnrichsbau, der - ebenso wie das gesamte Steingeschoss - völlig original ist. Im Gegensatz zur Kemenate hat beim Fähnrichsbau kein historisierender Umbau stattgefunden.
Erker, Ritterklo und der Sockel eines früheren Türmchens am Fähnrichsbau. Das Ritterklo besitzt eine "Klobrille" aus Sandstein und ist nach unten offen.
Die einmalige schöne und originale Eingangstüre des Fähnrichsbaus hat sich über die Jahrhunderte hinweg in einem guten Zustand erhalten.
Rekonstruktion der Rückseite des Fähnrichsbaus
Die Rekonstruktion der Rückseite des ursprünglichen Fähnrichsbaus leitet sich vor allem durch den noch vorhandenen originalen Dachansatz (Bild rechts) im Pulverturmbereich her. Der ganze obere Teil des Fähnrichsbaus einschließlich seiner (vermutllich vorhandenen) Zinnen wurde im 30 jährigen Krieg zerstört. Später wurden auf den verbliebenen unteren Steinteil Fachwerkgeschosse und Dach neu aufgebaut. Dabei wurden im rot markierten Bereich des linken Bildes schwere Sandsteinquader aufgesetzt, die sicher aus dem "Steinbruch" Burg kamen. Diese schwere Steinmasse drückt seit Jahrhunderten gewaltig auf die westliche Mauer des Fähnrichsbau. Vor der Renovierung lief im linken Drittel des Hauses ein Riss von oben bis unten.
Aufnahmen des Fähnrichsbaus aus verschiedenen Jahren. Ganz links der unrenovierte Fähnrichsbau 1982, daneben eine Aufnahme von 2008 und rechts eine Aufnahme mit der Vorburg zusammen.
Ein Zimmer des Fähnrichsbaus, vor und nach der Renovierung. Der schöne, originale Boden war bei der ersten Begehung von Schnee und Schmutz zugedeckt. Um eine bessere Beleuchtung des großen Raumes zu erreichen, wurden zwei weitere Fenster eingesetzt. Die Fichtedielen des Bodens mussten ausgetauscht werden. Der Raum wurde außerdem im Jahr 2005 mit einer umlaufenden Holztäfelung ausgestattet. Reste solcher Täfelungen waren im unrenovierten Fähnrichsbau gefunden worden.
Der Fähnrichsbau von Burg Schweinsberg

Der Fähnrichsbau ist eins von zwei noch erhaltenen Häusern der Burg. Seit Jahrzehnten (oder sogar Jahrhunderten) war er nicht mehr bewohnt. Anfang der 80er Jahre drohte der Einsturz. Das Gebäude war zwar durch eine Maßnahme der Denkmalpflege mit einem neuen Dach gesichert worden. Es wurde jedoch in einem Gutachten befürchtet, das Haus könne über seine Westseite zusammenstürzen. Im Innern des Fähnrichsbaus bestand die Gefahr durchbrechender Decken. Ein Begehen war lebensgefährlich geworden. In dieser Situation entschloss sich die Familie v. Schenck, den Fähnrichsbau in Erbpacht an die Familien Müller/Damm zu vergeben mit der Auflage, ihn wiederherzustellen. Dies war eine riskante Angelegenheit, da unklar war, wie schlecht der Zustand des Fähnrichsbaus sein würde, sobald alles untersucht und freigelegt war. Bei der Überprüfung der Konstruktion ergaben sich dann viel weniger durchgefaulte Balken, als ursprünglich befürchtet worden war. Um die Statik des Gebäudes zu erhalten, wurden betroffene Balken nicht komplett ausgetauscht, sondern lediglich die verrotteten Stellen entfernt und durch Balkenstücke aus gut abgelagertem Eichenholz ersetzt. In seinem Inneren wurde der Fähnrichsbau komplett entkernt. Die Gefache der Decken mit ihren morschen und durchgefaulten Querhölzern wurden herausgenommen und durch bessere Konstruktionen ersetzt.

Der Ansatz des ursprünglichen Daches aus sehr präzise behauenen Sandsteinen, zwischen denen Schieferplatten liegen; man erkennt auch zwei Entwässerungsnasen aus Sandstein (untere abgebrochen)
Die Rückseite des unrenovierten Fähnrichsbaus. Die Außenwand im Dachbereich ist verschiefert, um das darunter liegende Fachwerk vor Feuchtigkeit zu schützen. Der rot eingefärbte Bereich wurde später aufgesetzt.
So ähnlich mag die Rückseite des Fähnrichsbaus vor dem 30-jährigen Krieg ausgesehen haben
Befunde am unrenovierten Fähnrichsbau
Die Wendeltreppe des Fähnrichsbaus ist eine meisterliche handwerkliche Arbeit. Die kunstvolle Spindel, welche aus einem stark profilierten Eichenstamm besteht, geht über vier Stockwerke. In die Spindel eingehängt sind Treppenstufen aus massiver Eiche. Eine solche Treppe wäre heute unbezahlbar.
Räume
Rückseite
(vom Hof aus)
Die Halle des Fähnrichsbaus mit ihrem gotischen Kreuzgewölbe. Die ehemalige Funktion der Halle ist unklar, da einerseits der Fähnrichsbau nie über die Halle betreten wurde - die vom Hof aus im Souterrain liegt - und andererseits die Halle zu aufwändig konstruiert ist für eine Waffenkammer oder einen Vorratsraum. Die Halle könnte als Andachtsraum genutzt worden sein. Die mächtige Sandsteinsäule in der Mitte des Raumes, die das Kreuzgewölbe trägt, setzt sich im darunter liegenden Gewölbekeller fort. Die Halle war ursprünglich mit einem gestampften Lehmboden versehen. Bei der Restaurierung wurden die alten Tonfliesen aus dem 2. Stockwerk des Fähnrichsbaus dazu benutzt, der Halle einen festen Boden zu geben.
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2011
Einfahrt am Fähnrichsbau vorbei unter dem zerstörten Pulverturm hindurch